Geschichte des Knappenvereins

Schlägel und Eisen Bochum Stiepel/Dorf

von 1884


Wer Sich mit der Geschichte eines Vereins befasst, hofft natürlich darauf, dass sich umfangreiche Unterlagen vorfinden, die die Entwicklung des Vereins dokumentieren.
Leider mussten wir feststellen, dass – und das deckt sich mit der Erfahrung anderer Knappenvereine – ist dies nicht der Fall. Die Unterlagen weisen große Lücken auf, vielfach bedingt durch die Kriegszeiten. Dennoch kam genügend Material zusammen, das die Entwicklung nachvollziehbar macht.
So sind wir ein wenig stolz darauf, noch die Urschrift der ersten Satzung von der Vereinsgründung im Jahre 1884 hier zeigen zu können. Es gibt in unserer Zeit wohl nur noch wenige Menschen, die diese alte Sütterlinschrift lesen können. Daher waren wir froh darüber, dass man im Jahre 1984 quasi eine Übersetzung in Maschinenschrift vorlegte.

Schon damals in der Gründungsurkunde wurde als Zweck des Verein bezeichnet:

1. Den kameradschaftlichen Geist zu fördern und zu pflegen, sowie mit allen Kräften dahin zu wirken, dass dieser Geist bei den neu eintretenden Mitgliedern erhalten bleibt.
2. Regelmäßige Zusammenkünfte der Mitglieder.
3. Das letzte Ehrengeleit verstorbener Mitglieder.
4. Belehrung in der Bergbaukunde und des Knappschaftswesens.

Es fällt in der Urschrift noch der Begriff des „patriotischen“ Geistes. Heute nicht mehr.

Welche Veränderungen sich über die Jahrzehnte noch so ergaben haben, wird deutlich an folgenden Punkten:

- Rolle des Knappenvereins als Solidargemeinschaft

Diese Funktion des Knappenvereins spielte bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts noch eine wesentliche Rolle. Diese Funktion ist bedeutungslos geworden durch den Ausbau anderer Sicherungssysteme.

- Die Erlangung der Mitgliedschaft

Zunächst konnten nur aktive Bergleute dem Verein beitreten, die in Stiepel ansässig waren Später – wohl um die Weiterführung der Vereine überhaupt zu ermöglichen – konnten auch Berg-fremde Mitglied werden. Und man glaubt es kaum – auch FRAUEN  Der Beweis. Hierzu eine typische Entwicklung, die für unseren Verein auch zutrifft. Der aktuelle amtierende Vorstand hat nur ein einziges Mitglied, das aktiv im Bergbau gearbeitet hat. Dennoch werden auch wir bemüht sein, bergmännisches Wissen und Tradition zu erhalten.

- Anbindung des Vereins an eine bestimmte Zeche

Es scheint in der Vergangenheit verbreitet gewesen zu sein,dass ein Verein quasi identisch war mit der Angehörigkeit zu einer bestimmten Zeche. Das hat sich deutlich geändert. Die bei uns aktiven Bergleute haben auf mehreren Zechen gearbeitet. Es entscheidet wohl mehr der Wohnort. Der Übergang zum Heimatverein ist fließend. Daher ist es bei uns begrüßenswert, dass viele Mitglieder des Knappenvereins zugleich Mitglieder des Heimatvereins sind, und umgekehrt.

Zur Zeit umfasst der Verein 112 Mitglieder. Zu unserer Freude ist es auch gelungen einige jüngere Mitglieder zu gewinnen. Hierbei zeigt sich, dass es häufig familiäre Verbindungen waren, die diesen Entschluss bewirkt haben.

Neben der gezeigten Urschrift fanden wir in den Unterlagen noch ein altes Schulheft.

Es umfasst den Zeitraum vom 21.8.1957 bis zum18.1.1976. Es verwundert nicht, das Thema Beitragserhöhung wird mit schöner Regelmäßigkeit angesprochen. Mit gleicher Regelmäßigkeit haben die Mitglieder solches Ansinnen meistens abgelehnt.

Beschäftigen wir uns aber mit der Zukunft. Wie wollen wir den Bestand des Vereins sichern?

In späteren Anschnitten unserer Website werden wir ausführliche Beschreibungen unserer wesentlichen Aktivitäten schildern. Hier nur in Kürze:

Monatliche Versammlung der Vereinsmitglieder
Veranstaltungen zu bergmännischen und anderen Themen
Pflege bergmännischer Denkmäler auf dem Berglehrpfad
Teilnahme an Veranstaltungen anderer Knappenvereine
Der bekannte Bier- und Würstchenstand auf der traditionellen Stiepeler Fliegenkirmes
Diese vielfältigen Aktivitäten haben ein Ziel:

Wir wünschen uns, dass jeder nach seinen Begabungen und Interessen seinen Beitrag zum Vereinsleben leistet, damit die Grundidee der Knappenvereine weiter Bestand hat. Diese Grundidee war etwas ganz Einfaches.

Kameradschaft und Solidarität

Zum Schluss müssen wir noch von einer kleinen Enttäuschung berichten, die wir bei der Durchsicht unserer alten Unterlagen erlebt haben.
Die Urschrift enthält die Namen von 25 Gründungsmitgliedern. Es fiel auf,dass sich darunter auch Namen von aktuellen Mitgliedern befanden.
So z.B. der Name Murmann. Aber in diesem Fall konnte keine verwandtschaftliche Verbindung über die Generationen nachvollzogen werden. Es wäre auch zu schön gewesen, wenn ein Ur-Ur-Urenkel eines Gründungsmitgliedes aufgetaucht wäre.

Dann half uns ein glücklicher Zufall. Bei einem Grillabend am Kemnader See sprachen wir über dieses Thema. Plötzlich sagte Frau Heide doch tatsächlich, dass der Name Wefelscheidt sich auf ein Mitglied aus ihrer Familie bezieht. Klar, wenn Frauen heiraten, nehmen sie meistens den Namen ihres Mannes an. Somit gibt es tatsächlich eine direkte Verbindung von den Urmitgliedern bis in unsere Zeit  Frau Heide.

In vielen Denkschriften zur Vereinsgeschichte werden ausführlich die Namen früherer Vorstandsmitglieder aufgeführt. Wir möchten demgegenüber generell allen Vereinsmitgliedern danken, die ehrenamtlich das Vereinsleben getragen haben. Ohne ihr Engagement wäre unser Vereinsleben nicht möglich. Ihnen über die Jahrzehnte hinweg ein dankbares GLÜCK AUF.

Hoffen wir für die Zukunft, dass wir dieses Lied noch lange – wenn auch nicht immer schön – so doch mit Begeisterung gemeinsam anstimmen können.

Wir wünschen allen Lesern unserer Website dass Sie für sie
brauchbare Informationen bekommen und grüßen Sie
mit einem herzlichen

GLÜCK AUF


Hier treffen wir uns zur Zeit

Klosterhof in Bochum-Stiepel
Am Varenholt 9


Die Monatsveranstaltungen finden monatlich jeweils am ersten Dienstag ab 19 h statt. Abweichungen siehe unter Terminen.

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